Home / Drogenpolitik / Cannabis auf Rezept – Compilation
Marijuana_420_weed_mary_jane_drugs_2560x1440

Cannabis auf Rezept – Compilation

tagesspiegel

Cannabis gibt es jetzt auf Rezept

Hanf darf künftig für die Anwendung bei schwer kranken Patienten auch in Deutschland angebaut werden.
von

Noch gibt es in Deutschland keine legalen Hanf-Plantagen, doch schon bald ist der Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland erlaubt. Bereits 2019 sollen pharmazeutische Unternehmen im Auftrag des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die ersten Cannabis-Pflanzen auf deutschem Boden ernten, die dann als getrocknete Blüten oder als Extrakt und auf Rezept an schwerkranke Patienten weitergegeben werden dürfen – wenn Standardtherapien nicht zur Verfügung stehen oder erfolglos bleiben. Die Kosten für die Behandlung übernimmt die jeweilige Krankenversicherung. Grundlage für den therapeutischen Einsatz des Rauschmittels ist das Gesetz „Cannabis als Medizin“, das Bundestag und Bundesrat Anfang dieses Jahres verabschiedet haben. Die neue Regelung tritt in Kraft, wenn der Bundespräsident das Gesetz unterschrieben hat. „Es geht hier aber nicht ums Kiffen oder den Joint auf Rezept“, sagte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG) am Freitag. „Mit dem Gesetz gehen wir einen wichtigen Schritt, um die Versorgung schwer kranker Patienten zu verbessern und ihre Schmerzen zu lindern.“ Das BfArM will die neue Regelung fünf Jahre lang mit einer anonymisierten Erhebung flankieren, um die bis heute dürftige wissenschaftliche Datenlage zur Wirkung und Sicherheit von Cannabis zu verbessern und um zu einem späteren Zeitpunkt auch Fertigarzneimittel auf Grundlage der Pflanze zu entwickeln.

Bislang konnten nur 1000 Patienten mit Ausnahmegenehmigung auf den Stoff zurückgreifen

Bislang konnten in Deutschland nur rund 1000 Patienten im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung zu medizinischen Zwecken auf Cannabis zurückgreifen. So kam die Grünpflanze beispielsweise als Schmerzmittel bei Patienten mit Multipler Sklerose oder Rheuma sowie zur Steigerung des Appetits bei Krebs- oder Aidskranken zum Einsatz. Die Kosten mussten die Patienten selbst tragen. Bislang wird Cannabis zu medizinischen Zwecken aus den Niederlanden und Kanada importiert. Wie viel Medizinal-Cannabis künftig benötigt werde, könne derzeit nur geschätzt werden, sagte BfArM-Präsident Karl Broich. Bei aktuell rund 1000 Patienten mit einem durchschnittlichen Tagesbedarf von einem Gramm pro Person würden 365 Kilogramm pro Jahr oder rund 10 000 Cannabis-Pflanzen benötigt, um diese Menschen zu versorgen. Wer die Pflanzen künftig in Deutschland pflanzen und ernten darf und wo sie angebaut werden, steht noch nicht fest. Nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes werde es für ihre Zucht und Weiterverarbeitung eine europaweite Ausschreibung der neu eingerichteten Cannabis-Agentur des BfArM geben, sagte Staatssekretär Stroppe. Um eine Lizenz bewerben könnten sich sowohl deutsche als auch ausländische pharmazeutische Unternehmen. Die Agentur soll ihre Ernte in Besitz nehmen und die Pflanzen an Arzneimittelhersteller und Apotheken weitergeben. Dort sollen die Cannabis-Pflanzen nach den Bedürfnissen des Patienten etwa zu öligen Lösungen oder Tropfen verarbeitet werden. Nicht äußern wollten sich BfArM und Gesundheitsministerium zu den Preisen.

 

welt.de

Bayern will Hanf in pharmazeutischer Qualität anbauen

Von Ruth van Doornik

Ums Highsein ging es Franz Wolf noch nie. „Ich rauche Cannabis, weil ich nur so den Tag überstehe“, sagt der 50-jährige Münchner. Er hat mehrere Verkehrsunfälle erlebt. Das ist zwar Jahrzehnte her, doch seitdem leidet der Frührentner an chronischen Schmerzen. Früher halfen nur richtige „Hämmer“ gegen die Qual. Seit er Marihuana raucht, kommt er ohne Schmerzmittel aus.

Wolf ist einer von rund 1000 Patienten in Deutschland, die bislang durch eine Ausnahmeerlaubnis der Bundesopiumstelle Marihuana legal zur Selbsttherapie beziehen durften. „Doch das teure Cannabis aus der Apotheke hat mich bankrott gemacht“, erzählt Wolf.

Pro Monat musste er für den erlaubten Konsum von 150 Gramm mehr als 2300 Euro berappen. All seine Hoffnung liegt jetzt auf dem im März in Kraft getretenen Gesetz, wonach Schwerkranke Cannabis-Produkte künftig auf Rezept und damit von der Krankenkasse erstattet bekommen könnten.

„Es geht nicht um einen Rausch auf Kassenkosten“

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) begrüßt zwar die Freigabe für die medizinische Therapie, stellt aber auch gleich klar: „Hier geht es um die Versorgung von Schwerkranken – und nicht um einen Rausch auf Kassenkosten!“ In Sachen Drogen verfolgt der Freistaat schon immer eine harte Gangart. Umso mehr erstaunt es, dass ausgerechnet Bayern zu einem Pionier in Sachen Cannabis-Medizin werden könnte: In der Oberpfalz sitzt mit dem Unternehmen Bionorica Deutschlands Marktführer in Sachen Hanf-Arzneimittel, zudem soll in München das erste Cannabis-Therapiezentrum der Republik entstehen.

Wie viele der bisherigen Patienten aus Bayern kommen, ist unklar. „Die komplette Anzahl aller Verschreibungen von Cannabis zu medizinischen Zwecken wird nirgends erfasst“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Das Interesse von Patienten ist allerdings schon jetzt spürbar groß. Allein bei der AOK in Bayern sind bereits 100 Anträge auf Versorgung mit Arzneimitteln auf Cannabis-Basis eingegangen. „Die meisten davon“, so der Sprecher der Gesundheitskasse Steffen Habit, wurden bereits genehmigt.

Insbesondere Menschen mit Multipler Sklerose, Epilepsien, Querschnittslähmung, Neuropathie oder Rheuma, aber auch HIV- und Krebspatienten, die unter Appetitlosigkeit oder Übelkeit leiden, erhoffen sich Linderung.

Jahrelang ein Verlustgeschäft

Bei Bionorica in Neumarkt hat sich die Nachfrage nach Wirkstoffen aus sogenanntem Medizinalhanf bereits verdreifacht. Das mittelständische Unternehmen ist vor allem für seine Erkältungsmittel Sinupret und Bronchipret bekannt. Doch auch bei der Erforschung der medizinischen Wirkung der Hanfpflanze nimmt es eine Vorreiterrolle ein.

„Jahrelang war das ein Verlustgeschäft, denn der Markt war klein“, sagt Inhaber und Vorstandschef Michael Popp. Doch er habe fest an die medizinische Sinnhaftigkeit geglaubt. „Und ich war davon überzeugt, dass es einmal einen nachgewiesenen Nutzen dafür geben wird.“ Er sollte recht behalten.

Seit dem Zusammenschluss mit der Frankfurter Firma THC Pharm ist Bionorica der einzige Hersteller des Hanfwirkstoffs Dronabinol in Deutschland. Bislang machte das Cannabis-Geschäft zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus. Vergangenes Jahr waren das zwei Millionen Euro. 2017 könnte das Drei- bis Vierfache erzielt werden. „Wir haben den Hanfanbau in Österreich bereits hochgefahren“, sagt der Pharmazeut. Drei Ernten seien mit der Hochleistungssorte pro Jahr möglich.

marijuana_1600x900_51532

Cannabis aus der Oberpfalz

Popp erwägt sogar, sich bei der gerade im Aufbau befindlichen Cannabisagentur des Bundes um eine Lizenz zum Anbau von Cannabis in pharmazeutischer Qualität in Deutschland zu bewerben. „Wir haben das Wissen und Know-how“, so Popp. Und die Pflanze würde auch in der Oberpfalz wachsen.

Das Gesetz ist aus Sicht von Bionorica ein Meilenstein. „Es ist für viele Menschen die letzte Hoffnung, ein Stück Lebensqualität zurückzubekommen.“ Darum würden die Gewinne in die Forschung fließen – und in die Information von Ärzten. „Vorbehalte sind bei Medizinern sicher noch da, wer noch nie mit dem Thema in Berührung war, muss sich hier sicherlich erst rantasten.“

Und das ist die Krux. So sehr die Gesetzesreform auch gelobt wird: Gerade in der Ärzteschaft herrscht noch große Unsicherheit. Nur wenige Mediziner verfügen über das nötige Fachwissen mit Blick auf die Cannabis-Therapie. Das bestätigt auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die derzeit sehr viele Anfragen von Medizinern zum Thema erreichen. Da es bisher nur zwei Fertig-Arzneimittel mit europäischer Zulassung und Inhaltsstoffen der Cannabispflanze gab, „ist eine weitverbreitete Kenntnis über die Wirkungsweise in der Ärzteschaft nicht zu erwarten“, so Sprecherin Birgit Grain.

Das hält Wenzel Cerveny noch für eine Untertreibung. „Täglich rufen mich Patienten an, die verzweifelt einen Arzt suchen, der ihnen hilft“, erzählt der 55-Jährige, der derzeit mit einem Infostand in der Münchner Fußgängerzone steht. „Vielen Medizinern fehlt nicht nur die Expertise, sie haben auch Angst, als Kiffer-Ärzte stigmatisiert zu werden und fürchten den höheren Betreuungsaufwand“, erzählt Cerveny, der seit drei Jahren für die Legalisierung von Cannabis kämpft. „Die Patienten kennen sich meist besser aus als die Ärzte.“

Darum will Cerveny, der auch einen Laden für Hanfprodukte betreibt, Deutschlands erstes Cannabis-Therapiezentrum aufbauen: Auf 1000 Quadratmetern soll eine Praxis mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin und Schmerztherapie die Patienten mit Cannabis-basierter Medizin betreuen.

Seit Anfang März läuft eine Crowdfunding-Kampagne für das Zentrum. Bisher sind knapp 28.000 Euro der angestrebten eine Million Euro zusammengekommen. „Wenn die 100.000-Euro-Marke erreicht ist, legen wir los.“

Bei München soll ein Therapiezentrum entstehen

Zwei Ärzte, die noch am städtischen Klinikum arbeiten, würden einsteigen. Räume in Taufkirchen seien reserviert, sagt Cerveny, der nach eigenen Aussagen noch nie einen Joint geraucht hat. „Wir wollen Cannabis aus der Schmuddelecke holen. Die Patienten sind ja keine Junkies, sondern Menschen, darunter viele Senioren, denen nichts anderes mehr hilft.“

Ministerin Huml lehnt ein solches Zentrum nicht grundsätzlich ab. Die Etablierung von Behandlungszentren für besonders schwerwiegende oder besonders seltene Erkrankungen mit komplexem Behandlungsbedarf könne sinnvoll sein. „Für einen Flächenstaat wie Bayern erscheint aber – unabhängig vom konkreten Thema – die Konzentration auf ein einziges Behandlungszentrum in der Landeshauptstadt grundsätzlich nicht ausreichend.“

Franz Wolf hatte Glück: Sein Hausarzt hat ihm das Rezept ausgestellt und vor wenigen Tagen kam der Bescheid auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse. „Für mich beginnt eine neue Zeitrechnung“, sagt Wolf. Selbst hätte er den Stoff nicht mehr bezahlen können. Denn seit das Gesetz in Kraft ist, habe sich der Cannabispreis in den Apotheken verdoppelt.

 

augsburgerallgemeine

Seit einigen Wochen ist Cannabis für Schwerkranke auf Rezept erhältlich. Die Kosten sollen die Kassen übernehmen – sie können die Leistung  jedoch auch ablehnen.

Cannabis auf Rezept soll denjenigen Patienten helfen, die unter chronischen Schmerzen leiden und bei denen herkömmliche Mittel versagen. Seit ein paar Wochen sollen Krankenkassen die hohen Kosten für Betroffene übernehmen. Doch sie können die Kostenübernahme auch ablehnen. Für Schwerkranke ist das ein Rückschlag. Viele sind zwischen Verwirrung und Hoffnung gefangen – wie positiv ist es wirklich, dass man Cannabis nun auf Rezept erhält?

Cannabis auf Rezept: Neues Gesetz hebelt alte Sondererlaubnis aus

An welche Bedingungen Cannabis auf Rezept geknüpft ist, zeigt sich etwa in Patienten mit Morbus Crohn. Ein Beispiel dafür ist Andreas Dombrowski. „Ohne Cannabis zu leben, wäre der blanke Horror“, sagt er und beugt sich auf seinem Stuhl nach vorne. Vor ihm auf dem Tisch steht eine kleine Plastikdose, daneben liegt ein Inhaliergerät. Als Dombrowski die Dose öffnet, steigt der süßliche Geruch getrockneter Cannabisblüten in die Luft. Illegal ist der Stoff nicht, er kommt aus der Apotheke.

.Der 29-Jährige aus dem rheinland-pfälzischen Ingelheim leidet unter der chronischen Darmkrankheit Morbus Crohn und ist einer von rund 1.000 Menschen in Deutschland, die derzeit mit einer Sondererlaubnis Cannabis als Medizin konsumieren dürfen. Doch die Ausnahmegenehmigungen das Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) laufen demnächst aus. An ihre Stelle ist am 10. März ein neues Gesetz getreten, das es Ärzten ermöglicht, schwer kranken Patienten Cannabisarzneimittel ohne Sondererlaubnis zu verschreiben. Die Kosten für Cannabis auf Rezept soll die gesetzliche Krankenversicherung übernehmen.

„Die Idee an sich habe ich total begrüßt“, sagt Dombrowski über Cannabis auf Rezept. Schließlich muss er seine Medikamente bisher aus eigener Tasche bezahlen. 850 Euro im Monat kostet den Auszubildenden das Cannabis in der Apotheke – deutlich mehr als auf dem Schwarzmarkt. Doch es gibt einen Haken: Die Krankenkasse muss das erste Rezept genehmigen. Und die habe zuletzt signalisiert, dass sie an der Wirksamkeit von Cannabis bei Morbus Crohn zweifle. „Da ist mir die Kinnlade runtergefallen“, sagt Dombrowski.

Wann Kassen nicht für Cannabis auf Rezept zahlen

Nach der neuen Gesetzeslage dürfen Ärzte Cannabis nur dann verschreiben, wenn alternative Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Außerdem muss die Aussicht bestehen, dass Cannabis den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. „Der Gesetzgeber hat darauf verzichtet, im Gesetz einzelne Indikationen aufzuführen“, sagt ein Sprecher der Barmer-GEK, bei der Dombroski versichert ist. Denkbar sei der Einsatz von Cannabispräparaten zum Beispiel bei Multiple Sklerose oder in der Palliativmedizin.

Zweifelt eine Krankenkasse an der Wirkung von Cannabis, kann sie den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit einem Gutachten beauftragen. Auch in Andreas Dombrowskis Fall ist eine solche Prüfung nicht unwahrscheinlich. Es liegen kaum Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis-Therapien bei Morbus Crohn vor“, heißt es von Seiten der Barmer-GEK.

Für Dombrowski ist der Kampf um die Kostenübernahme von Cannabis auf Rezept die Fortsetzung seines Kampfes um ein Stück Lebensqualität. Die Geschichte seiner Krankheit beginnt, als er 14 Jahre alt ist. Er wird immer dünner und blasser, hat Darmbeschwerden und Durchfälle. Innerhalb kurzer Zeit magert er auf 46 Kilo ab. Schließlich die Diagnose: Morbus Crohn, nicht heilbar. Herkömmliche Medikamente wie Cortison helfen am Anfang. Doch die Dosis wird immer höher, und die Nebenwirkungen schlimmer.

Wenn nichts außer Cannabis hilft

Der heute 29-Jährige ist ein gründlicher Patient: Bevor er seine Krankheit zum ersten Mal auf eigene Faust mit Cannabis behandelt, liest er alles, was er zur Wirksamkeit der Hanfpflanze finden kann. Sein Arzt will von der Methode nichts wissen. Doch nach den ersten Cannabis-Versuchen stellt der Teenager fest: „Es geht nicht wieder los“. Die Schübe bleiben aus. Für ihn bedeutet das: Kein Durchfall, keine Krämpfe, keine Schmerzen.

Cannabis auf Rezept wäre für Dombrowski die Rettung. „Es ist das einzige Medikament, das mir wirklich hilft“, sagt er heute. Es dauert aber Jahre, bis er alle bürokratischen Hürden überwunden hat und das Bundesamt 2015 seinen Antrag auf eine Sondererlaubnis bewilligt. „Ich war ziemlich euphorisch“, erinnert sich Dombrowski. Der Weg aus der Illegalität war da – bis zum März 2017. Für Dombrowski hat nun ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen: Bis Juni gilt seine Sondergenehmigung für Cannabis, bis dahin will er die Krankenkasse mit seinem Antrag überzeugen. dpa/sh

 

berlinerzeitung

Legalisierung von Marihuana Cannabismesse kommt erstmals nach Berlin

Berlin – Die vor drei Monaten vom Bundestag beschlossene Teillegalisierung von Cannabis ist aus Sicht einiger Unternehmer der Startschuss für einen neuen und vor allem profitträchtigen Markt in Deutschland und Europa. Nach Veranstaltungen in den nordamerikanischen Metropolen Vancouver und San Francisco kommt die Fachmesse International Cannabis Business Conference erstmals nach Berlin.

Ab Dienstag wollen die Teilnehmer Perspektiven des Cannabisgeschäfts in Deutschland ausloten. „Ich bin ein Risiko eingegangen – und es hat sich ausgezahlt“, sagt Alex Rogers. Für den Gründer und Organisator der Messe war der Stimmungswandel in Deutschland so nicht abzusehen, als er Ende 2015 die Konferenzräume in einem Berliner Hotel buchte. Zudem hatte Rogers damals nicht nur gute Erinnerungen an Deutschland, wo er vor zehn Jahren eine mehrmonatige Haftstrafe wegen Drogenschmuggels hatte absitzen müssen. „Ich wollte immer zurückkommen und helfen, das Gesetz zu ändern, anstatt es zu brechen“, sagt Rogers.

Der Mittvierziger betreibt eine der größten Vertriebsketten für Marihuana im Bundesstaat Oregon. Auf seinen Cannabiskonferenzen bringt er Unternehmer, Forscher, Lobbyisten und Gesetzgeber aus Europa und den USA zusammen. Das Ticket für die zweitägige Veranstaltung in Berlin kostet mehr als 650 Euro. Ganz oben auf der Liste der dutzenden Konferenzsprecher und Referenten steht Dana Rohrabacher, ein langjähriger Abgeordneter aus Kalifornien. Der Republikaner ist ein prominenter Fürsprecher der Cannabislegalisierung, die in vielen US-Bundesstaaten inzwischen Realität ist.

Medical-Marijuana-

Nur für medizinische Zwecke freigegeben

In vielen Staaten ist Cannabis nur für medizinische Zwecke freigegeben. In wenigen Staaten wie Colorado und Kalifornien ist sogar Kiffen zu Rauschzwecken praktisch legal. Das sogenannte Cannabusiness – ein Wortspiel aus Cannabis und Business – wurde in Nordamerika binnen kurzer Zeit zu einem riesigen Markt. Im vergangenen Jahr seien in den USA 6,7 Milliarden Dollar mit Cannabis umgesetzt worden, berichtete im Januar das US-Magazin „Forbes“ unter Berufung auf den Branchendienst Arcview Research.

Wie Cannabis auch hierzulande zu einem profitablen Geschäft werden könnte, zeigen die ebenfalls bei der Konferenz auftretenden Unternehmer Pierre Debs und Jürgen Bickel. Der Biologe Debs ist Gründer der MedCann GmbH, die mit behördlicher Erlaubnis aus Kanada Cannabisblüten importiert und an Apotheken vertreibt.

Deutschland importierte 170 Kilogramm Cannabis

Im vergangenen Jahr importierte Deutschland 170 Kilogramm Cannabis. Zusätzlich zum Import soll es bald auch Cannabis made in Germany geben. Die Anfang März gegründete Cannabisagentur vergibt künftig Lizenzen für den Anbau in Deutschland. Neben dem Vormarsch des pharmazeutischen Marihuanas in Deutschland kündigten zudem die Landesregierungen von Bremen und Berlin Pilotprojekte zur Erprobung einer Freigabe von Cannabis als Rauschmittel an.

Wie sich mit Cannabis Geld verdienen lässt, ohne etwas mit der Pflanze zu tun zu haben, zeigt das Beispiel des deutschen Ingenieurs Bickel. Zusammen mit seinem Partner Markus Storz fertigt Bickel im schwäbischen Tuttlingen sogenannte Vaporisatoren. Die elektrischen Verdampfer von Bickel & Storz versprechen eine gesündere Methode des Cannabiskonsums als Joints oder Wasserpfeifen. Vor allem in den USA setzen deshalb kranke Marihuanakonsumenten und Freizeitkiffer immer öfter auf die Hightechgeräte aus Deutschland. (afp)


Channel „DeutscherHanfverband“

Meilenstein: Medizin-Gesetz verabschiedet! | DHV News #108

 

Medizin-Gesetz: drängende Fragen | DHV News #109

 

Medizin-Gesetz in Kraft getreten | DHV News #115

 

So kauft man Cannabis mit Rezept

 

Neuland für Patienten, Ärzte, Apotheker | DHV News #116

About G-RoB

G-RoB
Co-Admin Weedblatt.de Rastaman for life

Check Also

logo

Was tut Cannabis für Geist und Körper?

quelle:http://www.collective-evolution.com/2016/08/17/what-cannabis-does-to-your-mind-body-depending-on-how-you-ingest-it/ Entgegen läufiger Meinungen die Besagen das Cannabis rauchen keinen Therapeutischen Sinn haben, kann man …

Schreibe einen Kommentar