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Colorado startet freien Verkauf von Marihuana

Ausgerechnet das puritanisch geprägte Amerika steht vor einer Drogen-Revolution. Vom 1. Januar an werden mit Colorado und Washington zwei Bundesstaaten Cannabis als Rauschmittel erlauben. Die beiden Staaten gelten als Testmärkte.

Läuft der Versuch erfolgreich, könnten bald schon weitere nachziehen. In 14 Bundesstaaten werden entsprechende Petitionen gerade diskutiert. Schon jetzt erlauben außerdem 20 Staaten Cannabis als Medizin und ahnden auch den illegalen Konsum oft nur als Kavaliersdelikt.

Ein neuer Markt tritt nun zutage, den es im Schatten der Kriminalität schon lange gibt. Etwa 18 Millionen Amerikaner kiffen regelmäßig. Schätzungen von ArcView zufolge liegt der Jahresumsatz auf dem amerikanischen Cannabis-Schwarzmarkt aktuell irgendwo zwischen 18 und 30 Milliarden Dollar.

Legal werden mit dem Rauschmittel dagegen bislang 1,4 Milliarden Dollar verdient. Mit der allmählichen Legalisierung könnte die Summe in den kommenden fünf Jahren um über 700 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar steigen. Einer Harvard-Studie zufolge würde eine komplette Freigabe dem US-Fiskus jährlich bis zu 13,7 Milliarden Dollar einbringen.

Viel liberaler als die Niederlande

Als erstes westliches Land der Erde sind die USA dabei, Cannabis von der Herstellung über die Verarbeitung bis zum Handel komplett zu regulieren und zu legalisieren. Damit geht Amerika weiter als etwa die Niederlande. Dort ist der Verkauf und der Konsum von Marihuana in kleinen Mengen zwar schon seit den 1970er-Jahren erlaubt, der Anbau dagegen blieb verboten.

Coffeeshops müssen ihr Gras also illegal durch die Hintertür schaffen, um es dann legal zu verkaufen. Weiter als die USA ist nur Uruguay: Als erstes Land weltweit legalisierte die kleine südamerikanische Nation Anfang Dezember die gesamte Cannabis-Distribution vom Anbau bis zum Konsum. Weitere Länder dürften folgen, wenn das Experiment in den USA gelingt. In Berlin-Kreuzberg versucht die Bezirksregierung gerade den ersten legalen Coffeeshop Deutschlands durchzusetzen.

„Wir stehen vor dem größten wirtschaftlichen Umbruch seit dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung des Ostens“, sagt Steve DeAngelo. Der 55-Jährige hat ArcView vor drei Jahren gegründet. Gleichzeitig betreibt er das Harborside Health Center im kalifornischen Oakland, mit 30 Millionen Dollar Jahresumsatz die größte medizinische Ausgabestelle für Hanf im Land.

Faktisch ist DeAngelo damit der größte legale Marihuana-Dealer des Erdballs. Dass sich mit 58 Prozent Zustimmung heute die Mehrheit der US-Bevölkerung für eine Legalisierung ausspricht und sogar 80 Prozent Cannabis als Medizin anerkennen, ist nicht zuletzt sein Verdienst.

Originalbeitrag: http://www.welt.de/wirtschaft/article123430661/Die-USA-werden-zum-launigen-Kifferparadies.html

 

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