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– Ein Bericht vom Deutschlandfunk –

 

Cannabis-Konsum
„Jeder Widerspruch verschwindet“

Von Marko Pauli

 

Der weltweite Konsum von Cannabis ist auf einem Rekordhoch angelangt. Und wer einen Joint raucht, gilt nicht mehr – wie früher vielleicht – als „gesellschaftlicher Rebell“. Im Gegenteil: Droht mit steigendem Cannabis-Konsum möglicherweise der Rückzug in die Selbstgenügsamkeit?

Rüdiger: „Es macht einen ohnehin netten Abend noch netter. Das Vorurteil vieler Außenstehender, dass der durchschnittliche Kiffer eigentlich gar nichts mehr auf die Reihe kriegt, ist insofern richtig, als keine Notwendigkeit mehr besteht, irgendwelche Aufwände auf sich zu nehmen, um eine gute Zeit zu haben.“

Maja Falckenberg, Schmerztherapeutin: „Wenn das jetzt so viele Menschen nehmen – es gibt die Idee, dass 30 Prozent der Weltbevölkerung zeitweilig Cannabis zu sich nehmen: Wie ist das eigentlich mit der Beurteilung von politischen Systemen, was macht das eigentlich mit uns? Bin ich zufrieden mit dem, was mir die Regierungen vorsetzen? Oder entwickle ich eigene Ideen, kämpfe dafür. Kann ich noch kämpfen, wenn ich unter so einer Droge stehe, für meine Interessen? Weiß ich nicht.“

Bernd Werse, Sozialwissenschaftler: “ Auf jeden Fall würde ich mich dagegen verwehren, eine Pauschaldiagnose zu erstellen: Der erhöhte Cannabiskonsum hat die oder die Wirkung auf die Gesellschaft.“

Warum wird heute so viel Cannabis konsumiert wie vielleicht noch nie? Bernd Werse, seit 20 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Drogenforschung tätig, beobachtet ein sich veränderndes Ansehen. 

„Ich denke einfach, dass das ein langsamer Prozess gewesen ist, wie diese Droge nach und nach wieder mehr in der Gesellschaft angekommen ist. Was viele, auch in der internationalen Literatur als Normalisierung bezeichnen, dass es einfach akzeptierter geworden ist.“

Anstieg des Konsums bei 45- bis 64-Jährigen

Gefördert sicherlich durch den vermehrten Einsatz in der Medizin und die Legalisierung für den Freizeitkonsum in immer mehr Ländern. Und Cannabis ist nicht mehr allein eine Sache der Jugend. In Deutschland gibt es bei den 45- bis 64-Jährigen einen starken Anstieg des Konsums. 

„Warum Cannabis als Droge wieder die größte Rolle spielt, auch quantitativ, hat sicherlich damit zu tun, dass das Spektrum der Wirkungen und der Wahrnehmung dieser Wirkungen einfach enorm groß ist – zwischen leichter Euphorie und sich total zu machen, sich total von der Welt abzukapseln oder einfach nur wegzudämmern, ist einfach sehr viel möglich an Wahrnehmung.“

Die schwer zu fassende Wirkung sei ein Grund, warum viele ihrer Patienten Bedenken hätten, es auszuprobieren, sagt Maja Falckenberg, die Cannabis als Medizin verschreibt.

„Die haben Ängste vor Kontrollverlust. Gerade ältere Menschen haben von jungen Leuten gehört, die sich seltsam benehmen. Tumorpatienten hören, sie sollen das doch mal gegen Schmerzen versuchen. Die wollen das vielleicht gar nicht aus eigenem Antrieb, haben Ängste davor, dass ihnen was passiert.“ 

Doch auch Cannabis-Nutzer, sogar regelmäßige, wissen bisweilen nicht so genau, was die Droge eigentlich mit ihnen macht. Da ist zum Beispiel Rüdiger: Der 33-Jährige baut gemeinsam mit Freunden diverse Sorten Cannabis für den Eigengebrauch an.

„Was macht es mit mir? Gute Frage, noch nie so drüber nachgedacht. Es entspannt, es sensibilisiert auch für äußere Eindrücke, aber auch für den inneren Monolog. Wenn man es alleine macht, kommt es vor, dass man sich in Tüddelkram verliert, dass man nicht dabei bleibt, einen Film zu gucken, sondern man macht nebenbei auch andere Dinge. Und am Ende stellt man fest, dass man meistens gar nichts gemacht hat. Aber auch das ist meistens ganz nett.“

 

(Quelle & mehr: Deutschlandfunk)

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