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Kiffen im Club – VICE berichtet

 

sweet mystery
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von Stefan Ullrich Jan. 24 2012


Die Linke fordert eine Legalisierung von Gras
, wenn es in sogenannten Cannabis Social Clubs (CSC) angebaut wird. Du wirst also Mitglied in einem dieser Vereine, ziehst dann Pflänzchen hoch und nimmst dir jeden Tag dein Gramm mit nach Hause. Außerdem sollen Autofahrer, die nicht gerade beim Fahren mit einem Joint im Mund erwischt werden, nicht mehr so schnell ihren Lappen verlieren. In Spanien und Belgien clubben die Leute schon haufenweise. Wir sprachen mit dem Typen, dessen Petition von 2010 mit dem schlichten Titel „Cannabiskonsumenten entkriminalisieren“ sich fast 1:1 im Antrag der Linken wiederfindet. Herr Wurth ist seit 2002 Sprecher, Leiter und Inhaber des Deutschen Hanf Verbandes. 1996 hat er sich wegen Besitz von vier Gramm Cannabis selbst angezeigt, um die Legalize-Debatte ins Rollen zu bringen. Zu seinem Pech (oder Glück?) ging das Verfahren bis ans allerheiligste Bundesverfassungsgericht.

VICE: Wäre das Gesetz ein großer Schritt zur Legalisierung?
Georg Wurth: Für deutsche Verhältnisse wäre das schon ein großer Schritt. Dabei geht es in dem Antrag der Linken gerade nicht um Legalisierung, sondern eher um Entkriminalisierung—dass man die Konsumenten nicht mehr so verfolgt, inklusive des Anbaus. Ein weiterer Vorschlag ist die Grenze des Eigenverbrauchs auf 30 Gramm hochzusetzen, was ich sehr sinnvoll finde. Die CSCs gehen über diese Forderung weit hinaus, denn der Anbau an sich wird in Deutschland sehr hart verfolgt. Wer als Konsument selbst anbaut, geht juristisch ein viel größeres Risiko ein als jemand, der sich die gleiche Menge auf dem Schwarzmarkt besorgt, weil nach der Ernte der Vorrat groß ist. Das ist kontraproduktiv, weil diejenigen, die selbst anbauen, dem Schwarzmarkt quasi den Umsatz entziehen. Das sind die Dealer, zum Teil zwielichtige Gestalten. Die CSCs sind für Leute gut, die aus irgendwelchen Gründen nicht selbst anbauen können oder wollen.

In Spanien soll es um die 200 solcher Clubs geben mit Tausenden von Mitgliedern. Wie funktioniert das?
Das funktioniert wunderbar. Die haben strenge Regeln, arbeiten mit den Behörden zusammen, melden an, wo und wie viel sie anbauen und so weiter.

Wie kann man kontrollieren, ob die Mitglieder wirklich nur die erlaubten 30 Gramm zum Konsum verwenden? Darf dann jeder nur eine Pflanze haben?
Das muss man sehen, wie man das dann genau macht. In Belgien gibt es auch einen CSC. Da wird eine Pflanze pro Person geduldet und nicht verfolgt. Hauptsache ist, dass mit den Behörden vor Ort zusammengearbeitet wird und Abgabemengen dokumentiert werden. Die meisten Clubs werden ein Interesse daran haben, das ehrlich anzugeben, weil sie dann bei Verstößen ihre Lizenz verlieren könnten. Insofern gehe ich davon aus, dass die Regeln weitgehend eingehalten werden, zum Beispiel dass nicht an Jugendliche abgegeben wird.

Darf jeder Mitglied in solchen Clubs werden?
Es sollten Erwachsene sein. Das ist die wichtigste Voraussetzung.

(mehr auf: http://www.vice.com/de/read/kiffen-im-club)

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