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„Kiffen und Kriminalität“

Härtester Jugendrichter, Andreas Müller fordert die Legalisierung

Endlich ist es da, das neue Buch von Andreas Müller -„Kiffen und Kriminalität“.
Nach seinen persönlichen Erfahrungen mit Cannabis und einer extremen Stigmatisierung seines Bruders, fordert der als härteste Jugendrichter bekannte Müller eine regulierte und kontrollierte Abgabe dieser Substanz.

In seinem Buch beschreibt er z.B. wie es seinen Bruder erging.
Er wurde schon in der Schule stigmatisiert und kriminalisiert. Durch dieses Vorgehen wurde Ihn sein Leben nicht leicht gemacht und er rutschte auf die schiefe Bahn. Härtere Substanzen, wie z.B. Heroin und Kokain standen dann früher oder später auf dem Plan.
Auch als ‚Drogendealer‘ hatte er sich versucht.
Gefängnisaufenthalte machten ihm das Leben nicht leichter, ganz im Gegenteil. Durch die Kriminalisierung gab es keinen Weg zu irgendeiner Form von Hilfe.
Keine Therapie, keine Resozialisierung, kein Anpassen an die Gesellschaft.

„Kiffen und Kriminalität“ von Jugendrichter Andreas Müller – Jetzt im DHV-Webshop

In seinem Buch „Kiffen und Kriminalität“ zeigt der als härtester Jugendrichter Deutschlands bekannte Andreas Müller deutlich auf, welche Auswirkungen das Verbot von Cannabis auf die Gesellschaft und einzelne Menschen hat. Dabei lässt er auch seine persönlichen sowie beruflichen Erfahrungen mit einfließen und fordert ganz klar eine Legalisierung der weit verbreiteten Substanz.

Wer Jugendrichter Andreas Müller noch nicht kennt, kann sich in diesem DHV-Video einen ersten Eindruck von seiner Meinung und seinen Argumenten machen. Dort erklärt er auch, warum er DHV-Privatsponsor ist und warum seiner Meinung nach auch andere am Thema Interessierte Menschen sich trauen sollten, diesen Schritt zu gehen.

Das Buch kann durchaus geeignet sein, um kritische Famillienmitglieder oder Bekannte von der Legalisierung zu überzeugen. Vielleicht also eine gute Idee für Geburtstagsgeschenke oder die kommende Weihnachtssaison. Neben dem regulären Buchhandel gibt es „Kiffen und Kriminalität“ jetzt auch im DHV-Webshop, wo ihr durch den Kauf gleich noch die Legalisierung von Cannabis mit unterstützt.

Also: Jetzt zuschlagen!

„Der Glaube an die Macht der Strafe ist die Sozial­ro­mantik der Kon­ser­va­tiven“

In „Schluss mit der Sozialromantik“ forderte Andreas Müller schnellere und konsequentere Strafen für junge Täter. Nun hat der „härteste Jugendrichter Deutschlands“ ein Buch über Cannabis geschrieben. Ein vehementes Plädoyer für eine Legalisierung.

LTO: Herr Müller, in Ihrem letzten Buch haben Sie sich für ein härteres Vorgehen gegen jugendliche Straftäter eingesetzt, nun fordern Sie eine Legalisierung von Cannabis. Wie verträgt sich das?

Müller: Bestens. Der Ruf als besonders drakonischer Richter, den manche mir andichten wollen, war ohnehin immer Unsinn. Ich habe mich in meinem letzten Buch nicht für ein härteres Jugendstrafrecht eingesetzt, sondern für ein besseres. Mir ging es vor allem darum, Verfahren gegen jugendliche Täter schneller zu betreiben und sie früher mit – kurzen! – Arrest- oder Haftstrafen zu belegen, statt die ersten zehn Delikte einzustellen oder zur Bewährung abzuurteilen, um dann, wenn die Täter schon jeden Respekt vor der Justiz verloren haben, auf einmal zu einer relativ langen Haftstrafe greifen zu müssen.

Richter Andreas MüllerRichter Andreas Müller

Der Glaube, man könne diese Leute durch gutes Zureden und die vermeintlich beeindruckende Wirkung eines Strafverfahrens erreichen, ist Teil der linken Sozialromantik, mit der ich in meinem ersten Buch abrechne. Genauso gibt es aber auch eine konservative Sozialromantik.

LTO: Worin besteht die konservative?

Müller: In der naiven Vorstellung, alles durch möglichst umfassende Verbote und Strafen regeln zu können. Das Strafrecht ist als Mittel zur Verhaltenslenkung nur begrenzt geeignet, und es funktioniert umso schlechter, je mehr es grundlegenden menschlichen Bedürfnissen entgegensteht.

„Die abschreckende Wirkung des Verbots ist gleich null.“

LTO: Zu kiffen ist so ein grundlegendes Bedürfnis?

Müller: Sich zu berauschen ist eines. Das gilt zwar nicht für alle, aber für sehr viele Menschen, und zwar kultur- und epochenübergreifend quer durch die Geschichte.

LTO: Diebstahl, Betrug, Mord und Totschlag gab es auch kultur- und epochenübergreifend.

Müller: Die sind im Gegensatz zu Cannabiskonsum aber fremd- und nicht selbstschädigend. Außerdem sind das keine grundlegenden menschlichen Bedürfnisse, sondern fehlgeleitete Verhaltensweisen, die man unter anderem mit dem Strafrecht relativ gut eindämmen kann. Beim Cannabiskonsum ist die abschreckende Wirkung des Strafrechts jedoch nachweislich gleich null.

LTO: Sie denken also, im Falle einer Legalisierung würde auch nicht mehr als sonst gekifft?

Müller: Dazu müssen Sie nur bis nach Holland schauen. Der Konsum ist dort nicht höher als hier, obwohl die Droge legal ist. Ich finde es deshalb auch so absurd, wenn aus dem konservativen Lager gefordert wird, man müsse erst einmal Studien einholen über die zu erwartende Wirkung einer etwaigen Legalisierung. Wir haben seit vielen Jahren eine Studie mit 18 Millionen Probanden – wie viel größer hätten Sie es denn gern?

„Mein Bruder und Vater sind an Drogenmissbrauch gestorben.“

LTO: Ihre eigene Familiengeschichte ist von Drogenmissbrauch bestimmt. Ihr Vater ist durch übermäßigen Alkoholkonsum gestorben, Ihr Bruder nach einer Karriere als Cannabisdealer für mehrere Jahre in den Knast  gekommen, später  dann  heroinabhängig geworden  und infolge der Sucht zu früh gestorben. Müssten da nicht gerade Sie die Einstiegs- und Signalwirkung einer Legalisierung fürchten?

Müller: Im Gegenteil. Die Theorie von der Einstiegsdroge ist seit Jahrzehnten widerlegt, auch wenn die Drogenbeauftragte der Bundesregierung sie zwischen den Zeilen immer noch formuliert.

Auch mein Bruder hat ja nicht angefangen, Heroin zu nehmen, weil er vorher Cannabis konsumiert und verkauft hat, sondern weil er nach mehreren Jahren im Schwererziehbarenheim  und später im Gefängnis seelisch zu Grunde gerichtet, und danach noch jahrelang als „der Knasti“ stigmatisiert war. Wäre Cannabis legal gewesen, wäre er nicht in Haft gekommen und sein Leben wäre vielleicht ganz anders verlaufen. Was meinen Vater betrifft: Er war einer von Hunderttausenden, die wir jedes Jahr schulterzuckend an die legalen Drogen Alkohol und Nikotin verlieren. Die Anzahl von Drogentoten durch Cannabiskonsum liegt derweil konstant bei null.

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